Nun ist es wieder soweit.
Kaum sind die Blessuren der Radtour des letzten Jahres abgeklungen, die körperlichen Schäden durch die Kunst der modernen Chirurgie wieder behoben und die mentale Fitness auf ein akzeptables Niveau gebracht, geht es erneut in den Sattel.
Es ist eine tröstliche Errungenschaft der menschlichen Evolution und womöglich die wichtigste Eigenschaft, die das Überleben unserer Spezies sichert (insbesondere das der radelnden Mitmenschen), dass sich unser Gehirn schon nach kurzer Zeit nur noch an die positiven Ereignisse der letzten extremen Radtour erinnert und sich Gelenkschmerzen, eine überforderte Achillessehne, eine offene Stelle am Gesäß und/oder der kurzzeitige Zusammenbruch empathischer Kommunikation anlässlich erneuter Höhenmeter im dreistelligen Bereich zu einem romantischen Erinnerungsbrei zusammenfügen.
Dieser Zustand äußert sich dann in solchen Sätzen wie: "Ehrlich, sobald ich auf dem Rad sitze geht's mir gut" oder "nur unter Belastung spüre ich mich richtig" oder "die Radtour will ich mal genießen" oder "ach komm, hör doch auf, bei Sonne kann doch jeder".
In Wirklichkeit ist es ja aber so, dass wir drei Rentner nun zuhause sitzen und irgendwie die Zeit rumkriegen wollen.
Tja, bis wann eigentlich,....natürlich bis zum gemeinsamen Urlaub mit unseren Ehefrauen oder eben bis zur nächsten Radtour.
Anlässlich unserer neuen Radtour hat meine Frau Bärbel ein Gedicht verfasst, das unseren Zustand ziemlich genau beschreibt:
Drei latente Depressive
War`n des Radfahrens nimmer müde.
Durch das Treten der Pedalen
hofften sie´s, Glück zu erradeln.
Rentnerleben
eben!!!
Aus unserer Sicht ist der Elberadweg tatsächlich eher eine Spazierfahrt, liegen doch nur je nach Strecke 800 bis 1000 km vor uns.
Ungeachtet sämtlicher Atlanten und Fahrradkarten, mündet die Elbe für uns selbstverständlich in den Kesseln der Bagbander OstfriesenBräu Brauerrei, wo wir am Freitag, den 20. September so um den Nachmittag mit Verwandten und Freunden unser Referenzbier trinken möchten.
Ankunft von Bordeaux Juli 2018
www.dreimannaufdemrad.blogspot.com
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Aber bis dahin liegt noch ein weiter Weg, zeitlich und räumlich, vor uns. Sportlich wird schon einmal die Anreise. Wegen der notwendigen Reservierung der Fahrradstellplätze haben wir keinen gemeinsamen Zug bekommen. Hossein fährt am 3. September schon zwei Stunden eher über Berlin nach Bad Schandau. In Berlin hat er eine Umstiegszeit von 8 Minuten und Manni und ich fahren über Bremen und Hamburg mit einer Umstiegszeit von 13 Minuten. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass schon bei der kleinsten Verspätung oder bei einem defekten Fahrstuhl vom Anschlußzug nur noch die Rücklichter zu sehen sind.
An dieser Stelle muss ich aber der Deutschen Bahn einmal ein Lob aussprechen. In Hannover standen Bärbel und ich mit den bepackten Rädern vor einem defekten Fahrstuhl und es ging nur noch über die Rolltreppe bergab. Die Umstiegszeit war nicht zu halten aber der Anschlusszug hat tatsächlich auf uns gewartet. Hoffentlich kein Einzelfall.
Bevor es aber am Dienstag ernst wird, werden wir heute abend Mannis Geburtstag gebührend nachfeiern.
Bevor es aber am Dienstag ernst wird, werden wir heute abend Mannis Geburtstag gebührend nachfeiern.


